Herzlich willkommen

Saisonabschluss

(Bericht abwechselnd aus der Sicht von Nora und mir geschrieben)

Die Schweizerhymne ertönt, die Athleten liegen für einen letzten Moment still in ihren Handbikes, bereit für den Startschuss, der die folgende Stunde erbissenen Rennens einläutet. Ich bin froh, nur Zuschauerin zu sein an diesem friedlichen, sonnigen Sonntagmorgen in Lugano. Felix scheint die angespannte Wettkampfstimmung nichts auszumachen und hört sich geduldig die endlose Rede von irgendwelchen Luganesi Persönlichkeiten an. Drei, zwei, eins, und endlich knallt der Schuss und Felix fährt mit der Spitzengruppe durch die farbig aufwirbelndem Konfetti.

Wie im Vorhinein überlegt, konnte ich mit dem Belgier Van de Steene und dem Franzosen Fritsch die Spitzengruppe bilden. Die Arme fühlen sich an diesem Sonntag jedoch nicht so spritzig an, wie sie das müssten, um mit einem Topathleten wie Van de Steene mitzuhalten. Nach einer Wende gebe ich die Führung ab und das Tempo wird sogleich erhöht. Anders als sonst, kann ich diesen Angriff nicht mehr abwehren und trotz dem positiven Gedanken, dass meine geliebte Nora als Zuschauerin dabei ist, kann ich nicht mehr zur Gruppe aufschliessen.

Nach zwei Runden bemerkt Hansruedi, dass Felix von der Spitzengruppe zurückfällt und ruft ihm ermunternd zu. Wir beiden Zuschauer laufen der am See gelegenen Rennstrecke entlang, so sehen wir Felix, der nun längere Zeit alleine fährt, immer wieder an einer anderen Stelle vorbeiflitzen. Anfangs scheint er zu versuchen, wieder zur Spitzengruppe aufzuholen, nach weiteren Runden lässt er sich immer mehr zur Verfolgergruppe zurückfallen.

Einige Runden versuche ich in der Nähe der Spitzengruppe zu bleiben, mit dem Gedanken, dass es vielleicht auch bald für Fritsch fertig ist mit dem Mitfahren an der Spitze und sich Van de Steene absetzt. Als dies aber lange Zeit nicht der Fall ist, entscheide ich mich zur Verfolgergruppe zurückfallen zu lassen, um meine Kräfte zu schonen. In der Verfolgergruppe fahre ich einige Runden mit, um mich zu erholen, ehe ich das Rennen beschleunigte, um die langsameren abzuhängen und das Tempo langfristig zu erhöhen. Gegen Ende kommen wir Fritsch immer näher, welcher in der Zwischenzeit doch noch von Van de Steene ablassen musste. Bis zum Schluss reicht es leider jedoch trotzdem nicht mehr, ihn aufzuholen und somit beende ich das Rennen mit dem eher enttäuschenden dritten Rang.

Überraschenderweise darf Felix bei der Rangverkündigung ein zweites Mal auf die Bühne. Neben dem dritten Rang in seiner Kategorie ist er die schnellste Runde des ganzen Rennens gefahren!

Als ich ein zweites Mal aufgerufen werde, habe ich keine Ahnung, aus welchem Anlass. Ich begebe mich aufs Podest und lächle in die Zuschauer, möglichst mir nichts anmerken zu lassen, dass ich nicht weiss, wofür ich eigentlich hier stehe und den Pokal erhalten soll. Meine Ahnungslosigkeit wird von jemand aus dem Staff bemerkt, welcher mich deshalb auf Englisch aufklärt, dass ich die schnellste Runde gefahren sei.

 

Nach einer Portion Reis und einem herrlichem Glace fahren wir zurück nach Cannero, wo wir ein paar Ferientage verbringen. Felix ist schon ein wenig stolz, so einen riesigen Goldpokal herumschleppen zu müssen, obwohl er grosszügig behauptet, das Sperrgut als Souvenir in der Gelateria stehen lassen zu wollen.

 

Film, Überblick über alle Rennen

Rangliste

Militärradrennen Stäfa

Am darauffolgenden Sonntag 9. September fand in Stäfa das inzwischen fix im Wettkampfplan stehende Militärradrennen statt. Da Heinz nicht am Start war, musste ich nicht um den Sieg fürchten und zog für Bruno Huber das Rennen an. Nach knapp einer Runde wies mich Bruno an, mein ei-genes Rennen durchzuziehen und vorne weg zu fahren. Nach jeder Zieldurchfahrt schaute ich jeweils nach meiner Freundin und dem lachendem Gesicht meines Göttibuben, welche mich am Streckenrand anfeuerten und so hatte ich noch mehr Motivation den Berg hinauf zu fahren.

So konnte ich einen ungefährdeten Sieg einfahren, den dritten an diesem Wochenende!

Pararace Interlaken

Am Freitag, 7. September war das Ziel klar der Sieg, sowie der Streckenrekord zu verbessern. Denn es stand zum 10. Mal das Pararace in Interlaken an. Das Rennen ist jedes Jahr ein Highlight, da unzählige Zu-schauer jeweils das Rennen mitverfolgen und als zusätzliche Motivation ein schönes Preisgeld ausbezahlt wird. Zum Jubiläum stand dieses Jahr nebst dem Rennen über 14 km eine Staffel mit je einem Promi an.

Nach einer Runde, welche mir wegen dem Streckenrekord zu langsam war zog ich das Tempo an und fuhr alleine vorne weg, ehe Heinz Frei auf mich aufschloss. Da meine Arme sich nicht so „spritzig“ anfühlten, versuchte ich es nicht von Heinz Frei los zu kommen, sondern genoss es mit ihm zusammen die Führungsarbeit abzuwechseln.

In der letzten Runde war klar, dass es um den Streckenrekord sehr eng werden würde und so entschied ich mich auf Nummer sicher zu gehen und nur den Sieg anzuvisieren. Aus dem Windschatten von Heinz konnte ich das Tempo beschleunigen, um als Sieger über die Ziellinie zu fahren.

 

Staffel

Am Abend stand die Staffel an. Als "Promi" rannte bei uns Ramon Zennhäuser mit, welcher als letzter Läufer einen guten Vorsprung heraus rennen konnte, welchen ich noch ausbauen konnte und unsere Schlussläuferin, unsere starke Amerikanerin im Rennstuhl den Sieg ins Trockene brachte. Zwei Siege an einem Tag, was will man noch mehr.